Damals - wie alles begann...

Die Sache mit dem Bassspielen kam so:

In der Grundschule gab´s eine Blödflocken-AG - allerdings fand ich´s ziemlich doof, dass man da reinpusten und dann noch mit mehreren Fingern Löcher zuhalten musste, damit ein Ton rauskam - von dessen Qualität mal ganz zu schweigen.

Mein Kumpel wollte in´s Akkordeon-Orchester. Da mein Vater auch mal so ein Teil gequetscht hatte, ging ich halt mal mit. Auf jeden Fall war es leichter einen Ton rauszubekommen als bei der Flöte, die dann kurzerhand abserviert wurde. Zuerst wurde uns mehrere Stunden lang beigebracht, wie man einen Notenständer korrekt auf- und abbaut...
Von den folgenden acht Jahren im Hohner-Akkordeon-Orchester-Hochrhein kann ich mich eigentlich nur noch an die Pausen erinnern, weil wir da Fußball gespielt haben - und an die Jahreskonzerte, bei denen ich für regelmäßige Probenbesuche ausgezeichnet wurde. Aber ich kann immer noch Notenständer im Schlaf auf- und abbauen...

In der Akkordeon-Schlussphase - ich war so. 14/15 Jahre alt - bekam mein Klassenkamerad Locke dann ´ne E-Gitarre geschenkt. Das war sozusagen die Keimzelle von VARNISH. Lex war schon als Fötus zum Pianisten ausgebildet worden und wir beschlossen, zusammen Musik zu machen. Mit dem Akkordeon zur Probe zu kommen, wäre völlig uncool gewesen, deshalb habe ich mir für mein C-64 ein Keyboard gekauft und war für “Soundeffekte” zuständig. Naja, so ein Homecomputer gibt da nicht gerade viel her, also haben wir überlegt, was ich denn sonst spielen könnte. Logisch: Den Bass!!! Da ist meine Geschichte wohl der übliche Klassiker unter den Bass-Anfänger-Stories. Konsequenterweise sind wir in den nächsten Musikladen getrampt und haben uns “beraten” lassen. Der billigste Bass war nach einiger Überredenskunst bei meinen Eltern dann doch irgendwie finanzierbar. Mein Vater baute einen alten Röhrenradio um und ich konnte zur ersten Probe. Man war ich cool. Okay - jetzt erstmal die Haare wachsen lassen und dann schnell Rockstar werden.
Es dauerte nicht lange, da waren wir eine richtige Band mit Schlagzeug, Gitarre, Keyboard, Bass und Sänger. Locke brachte Songideen, ich schrieb die Texte und so wurde es zum ernsthaft betriebenen Hobby mit anfangs einer und später drei Proben pro Woche. Unser Musikstil war völlig untrendy und lag irgendwo zwischen Progressiv-Rock, Hard-Rock und Heavy-Metal.
 
         VARNISH
                
    
Sebastian Lexer;Bernhard Jasper;Jens Blumenstock;ich;Locke Horstmann                   

Acht Jahre lang existierte VARNISH. Wir produzierten 2 CDs, mehrere Demos und 2 Videoclips, spielten 80 Gigs in Deutschland und in der Schweiz, besaßen am Schluß Equipment in fast sechsstelliger Höhe (DM) und überlebten vertragsbrüchige und konkursgehende Plattenfirmen. Es gab in dieser Zeit nur einen einzigen Besetzungs-Wechsel - wir waren (und sind) Freunde mit einem Ziel.
Irgendwann ging´s dann nicht mehr und wir wollten/mussten uns als Individuen weiterentwickeln.

Im VARNISH-Endstadium habe ich dann auch die ersten Jazz-Gehversuche mit einem Gitarristen im Duo und in der TBA-Big-Band gemacht.
 

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